Porträt | Nominiert

Kai Löffelbein

Hannover / DE www.kailoeffelbein.com

Pride and Prejudice – Sapeurs of Brazzaville

Konzept

Die Subkultur der Sapeurs im Kongo hat ihren Ursprung in der SAPE, der Société des Ambianceurs et des Personnes Élégantes (etwa »Gesellschaft der Unterhalter und eleganten Personen«). In den 1920er Jahren erhielten Bedienstete häufig Kleidung aus zweiter Hand, damit die europäischen Arbeitgeber ihren Wohlstand darstellen konnten. Man sagt, die Bewegung nahm ihren Anfang, als der erste Kongolese gut gekleidet aus Paris zurückkehrte. Die Sapeurs von heute beanspruchen für sich, der vierten oder fünften Generation des kongolesischen Dandyismus anzugehören. SAPE zu sein bedeutet aber nicht einfach nur, sich gut anzuziehen – es geht dabei um Stolz, Bewegung und Darstellung, Traum und Drama. Es ist eine internationale Darstellung von Künstlertum und der eigenen Identität. »Sapeurs würden sagen, dass SAPE nicht nur eine Imitation der europäischen Kultur und Kleidung ist. ‚La Sape‘ ist vielmehr ein Lebensstil, der sich über soziale Bedingungen hinwegsetzt und beeinflusst, wie man spricht, wie man sich bewegt, wie man sein Leben darstellt und zeigt, dass man eine Person innerhalb einer Gesellschaft ist, die einem nicht allzu viele Möglichkeiten bietet; es geht darum, trotz aller Umstände Vertrauen in sich selbst zu haben.«

Angela Evancie, 2013

Vita

Kai Löffelbein ist ein Fotograf mit Sitz in Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Fotografie. Seine Arbeit spiegelt sein Interesse an der Art und Weise wider, wie politische und wirtschaftliche Strukturen die moderne Gesellschaft prägen. Kai arbeitete in verschiedenen Ländern in Asien und Afrika. Löffelbein hat international ausgestellt und erhielt unter anderem den Henri-Nannen-Preis, den UNICEF Photo of the Year Award, den New York Photo Award, den DAYS JAPAN International Award, das FotoVisura Photography Grant und den Px3 Prix de la Photographie. Er ist einer der Critical Mass Top 50 Selected Artists und erhielt ein Stipendium der Magnum Foundation.

Kai veröffentlichte 2018 zusammen mit dem Verlag Steidl sein erstes Buch'Ctrl-X, a topography of e-waste'.