Deutscher Friedenspreis für Fotografie | Nominiert

Toby Binder

München / DE http://www.toby-binder.de

Youth of Belfast – between Peace Agreement and Brexit

Konzept

„Wenn ich weiter oben in meiner Straße geboren worden wäre, hinter der Wellblechgrenze, wäre ich jetzt ein Brite. Eine unglaubliche Vorstellung. Meine ganze Vorstellung von mir selbst, alle Verbindungen zu Kultur, Erbe, Religion, Nationalismus und Politik werden bei der Geburt bestimmt. Ich war nur eine Straße davon entfernt, als mein eigener ‚Feind‘ geboren zu werden.“ Paul McVeigh, in Belfast geborener Autor

Das Friedensabkommen von Nordirland wurde vor 21 Jahren unterzeichnet, was bedeutet, dass die jungen Leute von heute den bewaffneten Konflikt, der als „The Troubles“ bekannt ist, nie selbst erlebt haben. Doch Nordirland wird aufgrund des britischen Brexit-Referendum die Europäische Union verlassen müssen, obwohl die Mehrheit seiner Einwohner für den Verbleib in der Gemeinschaft gestimmt hatten. Während die lokalen protestantischen Unionisten sich für den Austritt ausgesprochen haben, wollten die katholischen irischen Nationalisten in der EU bleiben. Es gibt ernsthafte Sorgen, dass der Brexit das Friedensabkommen von 1998 gefährden könnte, das für ein Ende der Gewalt zwischen protestantischen Unionisten und den katholischen Nationalisten sorgte. Diese leben bis heute in homogenen Stadtvierteln, welche durch Mauern getrennt sind.

Vita

Toby Binder, geboren 1977 in Esslingen, studierte an der Hochschule für Gestaltung Stuttgart. Bald konzentrierte er seine Fotografie auf soziale, ökologische und politische Themen. In Argentinien und Deutschland arbeitet er an Einsätzen und persönlichen Projekten, wobei er sich auf Nachkriegs- und Krisensituationen sowie den Alltag von Menschen konzentriert.

Seine Arbeit ist geduldig und persönlich, ohne allgegenwärtig zu sein und wurde international ausgezeichnet, z.B. mit dem Philip-Jones-Griffiths-Preis 2018, dem Sony-World-Photo-Award und dem Nannen-Preis 2017. Im selben Jahr erhielt er eine ehrenvolle Erwähnung auf dem UNICEF-Foto des Jahres.

Seine Arbeiten werden unter anderem vom Stern, Süddeutsche Zeitung Magazin, der Zeit, Greenpeace Magazin, Amnesty Journal, Neue Zürcher Zeitung und anderen veröffentlicht.