Nachhaltigkeit | Nominiert

Axel Javier Sulzbacher

Hannover / DE

Green Dystopia

Konzept

Die Avocado hat für einen Hype gesorgt, wie man ihn in den letzten Jahrzehnten nur selten gesehen hat.

Die Last der steigenden Nachfrage lastet vor allem im mexikanischen Bundesstaat Michoacán. Dort werden Wälder illegal durch Feuer gerodet, um Avocadoplantagen anzulegen.

Die hohe internationale Nachfrage hat zu ausgedehnteren und zahlreicheren Plantagen geführt. Über 300.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der Produktion und dem Handel mit Avocados in der Region ab, die einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Im Jahr 2021 wurden allein in Michoacán rund 1,8 Millionen Tonnen der grünen Früchte produziert.

Im anhaltenden Drogenkrieg haben sich die Kartelle das Einnahmepotenzial aus dem Avocado-Handel zunutze gemacht.

Schutzgelderpressungen und die allgemeine Präsenz der Kartelle haben den bis vor kurzem einzigen mexikanischen Bundesstaat mit einer Exportgenehmigung unter enormen Druck gesetzt. Angesichts der eskalierenden Gewalt musste die Regierung das Militär schicken, um die Ordnung aufrecht zu erhalten.

Vita

Axel Javier Sulzbacher, geboren 1992 in Hannover, ist ein deutsch-mexikanischer Fotojournalist. Er ist der Sohn einer mexikanischen Mutter aus Michoacán und eines deutschen Vaters. Nach dem Abitur studierte er Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hannover.

Er verbrachte längere Zeit im Ausland und arbeitete fotografisch in verschiedenen Ländern, u.a. in der Ukraine, Pakistan und Mexiko, wobei er sich vor allem mit sozialen und ökologischen Konfliktthemen beschäftigte. Seine fotografische Arbeit lenkt den Blick auf Menschen, deren Lebensbedingungen von Armut, Gewalt und Korruption geprägt sind. Gleichzeitig dokumentieren die Bilder die individuellen und kollektiven Strategien, die den Betroffenen helfen, ihren Alltag zu bewältigen.

Seit 2018 führt Sulzbacher umfangreiche Recherchen und fotojournalistische Projekte im mexikanischen Bundesstaat Michoacán durch, insbesondere in der autonomen indigenen Gemeinschaft Cherán.

Sulzbachers Arbeiten wurden in zahlreichen renommierten Zeitschriften veröffentlicht, darunter Stern, Geo, Das Magazin, Zenith und The Washington Post. Darüber hinaus wurde er für mehrere internationale Fotopreise nominiert und hat seine Arbeiten im In- und Ausland ausgestellt.

Er lebt und arbeitet als freischaffender Fotograf in Hannover und Berlin.