Konzept
"In Uniform" ist eine serielle Sozialstudie, die sich fotografisch Menschen nähert, die in der Justiz und der Exekutive arbeiten. Uniformen verändern Identitäten, grenzen gleichzeitig ab und weisen Autorität zu. Eine Uniform symbolisiert die Trennung zwischen Person und Amt – Bürger und Staat. Gleichzeitig verschleiert sie die Persönlichkeit des Trägers. Private Räume verraten viel über eine Person, ihre Persönlichkeit, aber auch über die Zeit des Fotos. Die Arbeit "In Uniform" versucht die private Person, den Menschen hinter der Uniform freizulegen. Die Betrachtung der Porträtierten eröffnet einen Dialog, der sich mit Stereotypen staatlicher Macht auseinandersetzt, aber auch Fragen nach Verantwortung aufwirft. Wie ist das Verhältnis zwischen Bürger und Staat? Was bedeutet Verantwortung in einer Demokratie? Wie sehen wir Menschen, die ein Gewaltmonopol haben? Ihr Anblick reflektiert letztlich uns selbst und unsere Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft.
28 Personen im Staatsdienst wurden bisher fotografiert.
Vita
Jan Kraus studierte Bachelor: Kunst, Musik und Medien an der Philipps-Universität Marburg und Medienwissenschaft (M.A.) an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2016 schloss er seine Masterarbeit mit dem Titel "Kontinuierlich – Diskret: Fotografie im Zeitalter elektronisch erzeugter Bilder" ab. Die Arbeit thematisiert die Unterschiede zwischen analoger (chemischer) und digitaler Fotografie. Medienkompetenz, Praxisnähe und Interdisziplinarität sind Kernelemente seines bisherigen beruflichen Werdegangs. Neben seiner Arbeit als freiberuflicher Fotograf war es ihm möglich, umfangreiche Erfahrungen in der Medienbranche zu sammeln: von großen Filmsets, der Produktion von Content für Sony Music, über die Gründung eines analogen Fotofestivals (analogueNOW) bis hin zum Schreiben für verschiedene Zeitungen und Magazine.
Von 2016 bis 2022 betrieb er ein Foto- und Film-Mietstudio in Berlin. Die Aufgabe des Studios gab ihm die Möglichkeit, seine berufliche und kreative Entwicklung zu reflektieren und sich neue Ziele zu setzen. Der Quereinstieg 2022 in die Fachklasse der Ostkreuz Schule für Fotografie unter der Leitung von Peter Bialobrzeski war ebenfalls die Entscheidung, sich voll und ganz auf die Auseinandersetzung mit sozialgesellschaftlichen Themen zu konzentrieren und diese mittels Fotografie zu visualisieren. Sein Interesse gilt Menschen, deren Motivationen und Erfahrungen. Was bedeutet Demokratie, und welche Rolle spielen gesellschaftliche Strukturen? Was sind die Herausforderungen und Konsequenzen einer sich rasant verändernden Welt?
Sein fotografisch sachlicher Stil sucht eine direkte Verbindung zu seinem Gegenüber. Er dokumentiert die vielfältigen Spannungsfelder moderner Gesellschaften. Fotografie ist für ihn gesellschaftliche Teilhabe und eröffnet die Möglichkeit, Entwicklungen – wie auch Probleme – zu kommentieren. Seine Serien zeigen Menschen, Mentalitäten und Lebensumstände detailliert und mit einem hohen Maß an Authentizität.