Konzept
Im Ruhrgebiet liegt ein besonderer Ort, an dem die globalen Krisen und Konflikte dieser Welt eine erschreckende Nähe gewinnen: das Friedensdorf Oberhausen. Hier manifestieren sich die Folgen von Krieg und Gewalt in Gesichtern – gezeichnet von Brandnarben, Verletzungen und Schmerz. Es sind die Gesichter von Kindern, die noch keine Jugendlichen sind und doch bereits das Schlimmste durchlebt haben.
Doch dieser Ort ist keiner der Resignation, sondern einer des Neuanfangs. Durch medizinische Versorgung und das Engagement ehrenamtlicher Ärztinnen und Ärzte erhalten die Kinder nicht nur körperliche Heilung, sondern auch eine Perspektive – einen Moment des unbeschwerten Lachens, einen Schritt zurück ins Leben.
Vita
Maximilian Mann, Jahrgang 1992, ist ein deutscher Fotograf mit einem Master-Abschluss in Fotografie von der Fachhochschule Dortmund. Er hat sich auf Dokumentar- und Porträtfotografie spezialisiert und konzentriert sich auf Geschichten, die sich mit sozialen und ökologischen Veränderungen sowie mit breiteren gesellschaftlichen Themen befassen. Er wurde mit dem World Press Photo Award 2020 ausgezeichnet.
Max ist Gründungsmitglied des DOCKS-Kollektivs, vertreten durch die LAIF Agency und ernanntes Mitglied der DGPh.
Jury Statement
Über 473 Millionen Kinder – mehr als jedes sechste Kind weltweit – leben heute in Konfliktgebieten. Der Anteil der Kinder weltweit, die in Konfliktgebieten leben, hat sich verdoppelt – von etwa zehn Prozent in den 1990er Jahren auf heute fast 19 Prozent. Dies geht aus einer erschütternden UNICEF-Analyse vom Dezember 2024 hervor. Die Kinder sind physischen Verletzungen, Verstümmelungen, Mangelernährung, fehlender ärztlicher Versorgung und fehlendem Zugang zu Schulbildung ausgesetzt. Die psychischen Belastungen sind kaum meßbar und die Auswirkungen auf Generationen hochgerechnet nicht abzusehen. Unicef fordert deswegen alle Konfliktparteien zum dringenden Handeln auf, um das Leid der Kinder zu beenden, die Wahrung ihrer Rechte sicherzustellen und dem humanitären Völkerrecht nachzukommen.
Vor diesem Hintergrund vergibt die Jury den Deutschen Friedenspreis für Fotografie 2025 an MAXIMILIAN MANN für seine berührende Foto-Reportage Letzte Rettung Oberhausen! Im Friedensdorf International, einer deutschen Hilfsorganisation, die bereits im Jahr 1967 gegründet wurde, werden jährlich um die 300 versehrte Kinder aus internationalen Kriegs- und Krisengebieten medizinisch behandelt, versorgt und teilweise monatelang auf ihre Rückkehr in ihre Heimat vorbereitet. Das meist ehrenamtliche Engagement und das tägliche Leben der Kinder im Friedensdorf in Oberhausen stellt MAXIMILIAN MANN in beeindruckenden Bildern dar. Erschreckend deutlich führt er uns – besonders in den Portraitdarstellungen der Kinder – das Grauen und die Auswirkungen des Krieges – aller Kriege – vor Augen. Aber zugleich und vor allem – und dieser Aspekt war uns bei der Jurieren besonders wichtig – sprechen seine Fotografien die Sprache der Menschlichkeit, der Empathie – und der Hoffnung!