Konzept
Der Weg Deutschlands zur Klimaneutralität ist eng mit der Frage nach Energie verbunden: woher sie kommt, wie sie produziert wird und wen sie betrifft. "Landscapes of Power" dokumentiert die Energiewende des Landes. Meine Arbeit stellt ihn nicht als linearen Prozess dar, sondern als eine fragmentierte Landschaft aus Symbolen, Spannungen und konkurrierenden Visionen.
Der Status quo der deutschen Energiewende ist ebenso komplex wie paradox: Ambitionierte Ziele prallen auf gesellschaftliche Spannungen, alte Abhängigkeiten und politische Brüche. Von Protesten gegen Kohleminen bis zu Geschäftsgesprächen auf Solarmessen, von stillgelegten Atomkraftwerken, die zu Vergnügungsparks umfunktioniert wurden, bis hin zu energieautarken Dörfern mit bürgereigener Infrastruktur zeichnet meine Arbeit fragile, oft widersprüchliche Räume nach, in denen Energie nicht nur produziert, sondern auch politisch verhandelt, wirtschaftlich umstritten und symbolisch aufgeladen wird.
Vita
Ingmar Björn Nolting (1995) lebt und arbeitet als freischaffender Fotograf in Leipzig. Er hat einen Master-Abschluss in Fotografie an der Fachhochschule Dortmund. Er ist Gründungsmitglied des Kollektivs DOCKS für humanistische Fotografie und schreibt regelmäßig für die New York Times und Mitglied der Agentur laif.
Ingmars Langzeitprojekte wurden mit nationalen und internationalen Preisen wie dem Getty Reportage Grant, dem Leica Society International Grant, dem World Report Award und einem VG Bildkunst Grant ausgezeichnet. Seine Bilder wurden u.a. in der New York Times, dem New York Times Magazine, dem TIME Magazine, der Washington Post, Le Monde, dem ZEIT Magazin, dem Spiegel, der ZEIT, GEO, dem Spiegel und dem Stern veröffentlicht. Ingmar war Stipendiat des Deutschen Kunstfonds. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt.
In seinen jüngsten Arbeiten verdichtet Ingmar die Stimmungen und Zustände der deutschen Gesellschaft. Mit seinen zurückhaltenden, bühnenhaften Bildern beschreibt und erforscht er die komplexen Verflechtungen von Umwelt, Politik und gesellschaftlichen Dynamiken. Poetisch und zugleich paradox dokumentiert er den Wandel seiner Heimat Deutschland – inmitten von Teilung, Aufrüstung, Pandemie und Klimakrise.